Verdis MACBETH handelt von dem schottischen Edelmann Macbeth, der, angestachelt von Hexenprophezeiungen und dem skrupellosen Ehrgeiz seiner Frau, König Duncan ermordet und den Thron an sich reißt. Zu Verdis düsterer Musik wird Macbeth von Wahnvorstellungen und Schuldgefühlen zerfressen. Dennoch setzt er seine Mordtaten fort, um die unrechtmäßig errungene Krone zu sichern - bis ihn die Rebellenarmee seines eigenen Landes besiegt.
Die aufstrebende deutsche Regisseurin Louisa Proske zeigt in ihrem Met-Debut eine elegante, flüssige und durch den klugen Einsatz der Drehbühne stets bewegte Deutung, die zu einem großen, von der Presse überschwänglich gefeierten Erfolg wurde. Bühnenbildner Jon Bausor hat eine vom Krieg gezeichnete Landschaft entworfen, in der sich der Hofstaat in opulenten Renaissance-Kostümen bewegt. Mit ihrem höfisch-elisabethanischen Prunk und krankhaften Glamour erzählen sie eindrücklich von Macht, Status und der Verderbtheit des zentralen Paars.
Für die Live-Übertragung vereint die Met vier Opernstars: Quinn Kelsey gestaltet seinen Macbeth mit fesselnder Autorität und einem prachtvollen, resonanzreichen Verdi-Bariton. An seiner Seite gibt die herausragende dramatische Sopranistin Lise Davidsen in ihrem mit Spannung erwarteten Rollendebut eine machthungrige und intrigante Lady Macbeth, die vor nichts zurückschreckt. Ryan Speedo Green zeichnet Banquo mit kraftvoller, ausgeglichener und gelegentlich bewusst zurückgenommener Stimme. Für ein Highlight sorgt Freddie De Tommaso als Macduff mit seinem hellen, klangvoll strömenden Tenor und leuchtenden Spitzentönen. Neben Macbeth und seiner Lady sind die Hexen die dritte Hauptfigur des Dramas. Wie zombiehafte Bäuerinnen des 16. Jahrhunderts huschen sie über Trümmerhaufen und beobachten voyeuristisch vom Bühnenrand aus, wie sich ihr bösartiger Plan entfaltet. Ihr unheimliches Kreischen und Gackern wird von dem hervorragenden Frauenchor der Met eindringlich und schaurig dargestellt. Am Dirigentenpult arbeitet Yannick Nézet-Séguin mit seiner schwungvollen musikalischen Lesart die Spannungen von Verdis Partitur mit vielen feinen Details und packenden Höhepunkten heraus.
Hier finden Sie einen Trailer zu MACBETH.










